Nephropathie

Nierenversagen bei mangelhafter Behandlung

Von Sebastian Juha Richter · 2014

 In einem Arm steckt eine Infusionsnadel

Ständiges Messen des Blutzuckerspiegels und regelmäßiges Insulinspritzen schränken bei Diabetes mellitus die Lebensqualität ein. Ein nachlässiger Umgang mit der Erkrankung kann aber noch wesentlich unangenehmere Folgen haben: Die diabetische Nephropathie ist in Deutschland der häufigste Grund für Nierenversagen.

Die diabetische Nephropathie ist eine Begleiterkrankung bei langjährigem Diabetes. Diese Erkrankung entwickelt sich, indem sich in der Niere unkontrolliert Bindegewebe vermehrt. Dadurch verhärtet sich das Organ und wird weniger leistungsfähig. Betroffen sind die Nierenkörperchen, die in der Fachsprache Glomeruli genannt werden. Sie bilden den ersten Filter in der Niere, indem sie aus dem durchlaufenden Blut den Primärharn gewinnen. Er entspricht in seiner Zusammensetzung ungefähr dem Blutplasma. Die Nierenkörperchen sind Knäuel kleinster Gefäße in einer Kapsel. Bei der diabetischen Nephropathie nimmt die Filtrationsleistung dieser Körperchen ab.

Diagnose über Albumin im Urin

Treten bei Diabetikern Nierenprobleme auf, sollte unbedingt überprüft werden, ob dies auf eine diabetische Nephropathie oder andere Ursachen zurückzuführen ist. Diagnostizieren kann man die diabetische Nephropathie vor allem über die Bestimmung des Albumingehalts im Urin. Albumin ist ein Protein, das bei Auftreten der Krankheit in erhöhter Konzentration im Urin zu finden ist. Dazu wird in mehreren Proben im Verlauf von zwei bis vier Wochen der Gehalt an Albumin und Kreatinin bestimmt. Der Quotient beider Werte, Albumin/Kreatinin-Quotient genannt, erlaubt das Feststellen auch geringer Erhöhungen des Albumingehalts. Lässt sich eine Erhöhung des Albumins bei Männern auf über 200 Milligramm pro Gramm (mg/g) Kreatinin, bei Frauen auf über 300 mg/g, messen, so ist mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer diabetischen Nephropathie auszugehen. Liegt der Wert im Bereich von 20 bis 200 mg/g, beziehungsweise 30 bis 300 mg/g, muss man weitere Kriterien prüfen. Bei Typ-1-Diabetes ist die Dauer der Diabeteserkrankung entscheidend: Erst ab fünf Jahren wird die Nephropathie wahrscheinlich. Ein anderes Kriterium ist das Vorliegen einer diabetischen Retinopathie, das heißt einer Schädigung der Netzhaut im Auge durch den Diabetes.

Hohe Herzinfarktgefahr

Eine Behandlung der diabetischen Nephropathie ist zwar möglich, führt aber nicht zur Heilung, sondern nur zur Eindämmung des Fortschreitens und der Gefahren der Erkrankung. Bei einer ausgeprägten Nephropathie besteht ein höheres Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Neben genetischen Faktoren ist vor allem eine schlechte Einstellung des Blutzuckerspiegels als Risikofaktor für das Entstehen der Krankheit identifiziert worden. In der Therapie, wie in der Vorbeugung konzentriert man sich deshalb auf die gleichen Mittel: Neben der Blutzuckereinstellung ist die Senkung von zu hohem Blutdruck entscheidend. Ebenso sind Ernährungsvorgaben wie gegebenenfalls eine Reduzierung erhöhter Eiweißzunahme einzuhalten. Daneben müssen wegen der Herzinfarktgefahr die bekannten Faktoren beachtet werden: Das Rauchen ist einzustellen und regelmäßige Bewegung ist erforderlich.

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