Ernährung

Gesund essen

Von Gabriele Hellwig · 2014

 Pfanne mit Muscheln

Mit der richtigen Nahrungsaufnahme kann der Diabetiker seine Blutzuckerwerte deutlich verbessern. Im Idealfall braucht der Patient dann weniger oder keine Medikamente einzunehmen. Zu Beginn empfiehlt sich ein Ernährungsprotokoll.

Die Ernährung bei Diabetes ist weder langweilig noch wird alles Gute verboten – auf die Mischung kommt es an. Experten empfehlen heute eine gesunde, ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung. Wichtig ist zunächst eine Bestandaufnahme der jetzigen Ernährung. Der Patient sollte über mindestens eine Woche ein Protokoll führen, in dem aufgeführt wird, was wann gegessen wurde. Das Protokoll sollte man dann mit dem behandelnden Arzt besprechen – nur so kann man herausfinden, wo grobe Ernährungsfehler liegen. Im Anschluss empfiehlt der Arzt, wie die Ernährung langsam umzustellen ist. Generell sollten die folgenden Aspekte berücksichtigt werden: Keine zu großen Portionen auf einmal essen, denn damit ist der Körper überfordert und am besten drei Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen.

Wenig Fett, viel Obst – gesund eben

Viele Diabetiker leiden unter Übergewicht. Für sie heißt es: Vorsicht mit dem Fett, besonders vor versteckten Fetten in Wurst oder Käse. Fett enthält sehr viele Kalorien und macht somit schnell dick. Bestehen sollte die Ernährung zu 50 Prozent aus Kohlehydraten, zusätzlich ist eine ausreichende Eiweißzufuhr wichtig, denn Eiweiß unterstützt den Körper beim Aufbau von Körperzellen. Gute Eiweißlieferanten sind zum Beispiel Sojaprodukte wie Tofu, magerer Käse, Milchprodukte, Geflügel und magerer Fisch. Obst und Gemüse sollten fünfmal täglich auf dem Speiseplan stehen. Neben Getreideprodukten sind Obst und Gemüse die wichtigsten Kohlenhydratquellen. In Obst und Gemüse befinden sich zahlreiche Inhaltsstoffe, die bis zu einem gewissen Grad vor Krankheiten – wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs – schützen. Verantwortlich für diesen Effekt sind vor allem Vitamin C, Folsäure, Ballaststoffe und die sekundären Pflanzenstoffe. Obst und Gemüse können auch vor Infektionen schützen, indem sie die Anzahl und Aktivität von Krankheitserregern vermindern und gleichzeitig das Immunsystem stimulieren. Diese zahlreichen Krankheiten vorbeugenden Eigenschaften sind bei Menschen mit Diabetes ganz besonders wichtig. Hülsenfrüchte sind für Diabetiker besonders geeignet, da sie einen geringen Blutzuckeranstieg bewirken. Als Hülsenfrüchte – auch Leguminosen genannt – werden die reifen, luftgetrockneten Samen von Erbsen, Bohnen und Linsen bezeichnet. Sie sind in der Regel sehr fettarm, kohlenhydratreich und enthalten reichlich Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und pflanzliches Eiweiß.

Vorsicht bei Fetten und Süßem

Aus Pflanzen hergestellte Öle können einen wichtigen Beitrag zur gesunden Ernährung leisten. Pflanzenöle bestehen überwiegend aus Fettsäuren. Für den Körper günstig sind die in Pflanzenölen reichlich enthaltenen, einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, denn auch sie schützen vor Herz-Kreislauf- Erkrankungen und sind nützlich für die Insulinempfindlichkeit des Diabetikers. Man sollte aber nicht mehr als 30 bis maximal 35 Prozent der täglich benötigten Energie mit Fetten abdecken. Bei 1.800 Kalorien sind das circa 60 bis 65 Gramm Fett pro Tag. Ein Tipp: Möglichst verschiedene Ölsorten verwenden, denn jede Sorte hat ihre Stärken und Schwächen. Süßigkeiten, Konfekt und Kuchen sollten selten verzehrt werden und auf keinen Fall abends. Sie machen nicht nur dick, sondern haben auch eine starke und schnelle den Blutzucker erhöhende Wirkung.

Genauer hinschauen

Milchprodukte sind wahre Fitmacher. Denn neben reichlich Energie enthalten sie auch noch jede Menge Vitamine und Mineralstoffe. Milch und Milchprodukte können zwar täglich verzehrt werden, dennoch sollten besonders Diabetiker auf die darin enthaltene Fettmenge achten. In 100 Gramm Vollmilch stecken 67 Kilokalorien, in fettarmer Milch (1,5 Prozent) nur 47 Kilokalorien. Der Diabetiker sollte auch genug trinken, am besten zwei bis drei Liter über den Tag verteilt. Denn sämtliche Stoffwechselfunktionen des Körpers sind abhängig von einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr. Der menschliche Körper besteht zu 70 Prozent aus Wasser. Dieses Wasser dient zum Beispiel als Lösungsmittel für Nähr- und Botenstoffe. Empfehlenswert sind für Diabetiker vor allem kalorienarme Getränke wie stilles Wasser, Saftschorlen und Früchtetees. Je nach Insulintherapie – konventionell oder intensiviert – haben die Betroffenen mal mehr, mal weniger Freiheit bei der Gestaltung ihres Speiseplans. Diabetiker lernen heute am besten in Schulungen, die Kohlenhydratportionen einzuschätzen. Im Alltag erleichtern Kohlenhydrattabellen das Portionieren.

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