Insulintherapie

Der Lebensretter

Von Gabriele Hellwig · 2014

Ursache für Diabetes ist ein Mangel an Insulin. Dieses Hormon wird in der Bauchspeicheldrüse gebildet und in den Blutkreislauf abgegeben. Es ist das einzige Hormon, das den Blutzuckerspiegel senken kann. Die Entdeckung des Insulins gilt als Meilenstein in der Medizingeschichte.

Unser Körper braucht Traubenzucker (Glukose), damit den Zellen Bausteine und Energie zugeführt werden. Aufgenommen wird er von uns Menschen entweder über die Nahrung oder er wird vom Körper selbst gebildet. Der Traubenzucker der Nahrung gelangt über die Darmwand ins Blut und so zu den Körperzellen. Wichtig: Nur mithilfe von Insulin kann Glukose in die Körperzellen eingeschleust werden. Das Prinzip ist vergleichbar mit einem Schlüssel – das Insulin schließt die Zellen für Glukose auf. Fehlt ausreichend Insulin oder reagieren die Körperzellen nicht mehr genügend auf Insulin, sammelt sich Glukose im Blut – ein Arzt misst diese Ansammlung dann als erhöhte Blutzuckerwerte.

Unterschiedliche Typen

Der Diabetes ist eine komplexe Stoffwechselerkrankung. Typ-1- und Typ-2-Diabetes sind die am häufigsten vorkommenden Krankheiten. Beim Diabetes vom Typ 1 kann die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produzieren. Folge: absoluter Insulinmangel. Die Erkrankung tritt sehr häufig schon im Kindes- und Jugendalter auf. Man geht heute davon aus, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt. Das heißt: Das körpereigene Immunsystem richtet sich gegen die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse und zerstört sie. Menschen mit Typ-1-Diabetes müssen daher sofort ab Diagnose und lebenslang Insulin zuführen. Menschen mit einem Typ-2-Diabetes waren früher meist älter als 60 Jahre, weshalb diese Form auch „Altersdiabetes“ genannt wurde; heute bekommen schon 40-Jährige diese Krankheit. Hauptursachen für Typ-2-Diabetes sind bei entsprechender familiärer Belastung Fettleibigkeit und körperliche Inaktivität. Denn bei ständig steigendem Körpergewicht wird auch mehr Insulin benötigt. Hat man die entsprechende Veranlagung, schafft die Bauchspeicheldrüse es nicht mehr, immer mehr Insulin zu produzieren. Zusätzlich kann der Körper das Insulin nicht richtig verwerten. Folge: relativer Insulinmangel. Glukose gelangt in diesem Fall nicht mehr zu den Zellen, sondern staut sich im Blut an – der Blutzuckerwert steigt.

Nobelpreiswürdig

Als Entdecker des Insulins gelten übrigens Frederick Banting, sein Kollege Charles Best und John James Rickard Macleod. 1921 schafften es die Mediziner erstmals aus der Pankreas (Bauchspeicheldrüse) eines Hundes Insulin zu extrahieren und bei einem anderen Hund mit Diabetes dessen Blutzucker-senkenden Effekt nachzuweisen. 1922 wurde erstmals ein Mensch mit Insulin behandelt. Der eigentliche Durchbruch kam zwei Jahre später mit der industriellen Produktion des Insulins. Damit stand erstmals eine erste echte Therapie für Menschen mit Typ-1-Diabetes zur Verfügung. Banting und Macleod erhielten noch im selben Jahr den Nobelpreis für Medizin. Der Patient kann heute auf viele verschiedene Arten Insulin-Analoga zuführen. Insulin muss unter die Haut (subkutan) gespritzt werden. Es gibt sehr unterschiedliche Applikationssysteme (Spritzen, Pens und Pumpen). Die Art des Insulins und die Applikationsform richten sich nach dem Typ des Diabetes, den Behandlungszielen und den Wünschen und Bedürfnissen des Menschen mit Diabetes sowie den vorhandenen Ressourcen.

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