Typ 1 oder Typ 2

Das Blut verschweigt nichts

Von Eva Herzog · 2014

 Einem Patienten wird Blut abgenommen

Wer vermutet an Diabetes zu leiden, kann sich Klarheit verschaffen, wenn er beim Hausarzt frühzeitig sein Blut untersuchen lässt. Verschiedene Verfahren geben Aufschluss über die körperliche Verfassung und die Funktion unseres Stoffwechsels. Denn gerät der Zuckerstoffwechsel aus dem Gleichgewicht, hat dies Auswirkungen auf unser ganzes System.

Weltweit erkranken immer mehr Menschen an Diabetes und auch in Deutschland ist die Tendenz steigend. Insbesondere die Zahl der Menschen, die an Typ-2-Diabetes erkranken, ist besorgniserregend hoch. Während Typ-1-Diabetes häufig sehr schnell diagnostiziert wird, bleibt Typ-2-Diabetes oft lange unentdeckt. Symptome wie starker Durst, häufiger Harndrang und Müdigkeit geben bei einer Vorstellung beim Hausarzt sehr schnell Hinweis auf einen Typ-1-Diabetes. Auch Erscheinungen wie Azetongeruch des Atems und eine auffallend trockene, juckende Haut können erste Anzeichen sein. Häufig kommt es bei Kindern, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen zum Ausbruch der Erkrankung. Bei Betroffenen des Typ-2-Diabetes dauert es häufig mitunter Jahre bis eine Diagnose gestellt ist. Auch hier können Anzeichen wie Müdigkeit und Leistungsminderung auftreten, doch häufig bleibt dieser Typ des Diabetes für lange Zeit unentdeckt, weil die Symptome kaum wahrgenommen oder auch fehlinterpretiert werden. Gefährlich wird es dann, wenn aufgrund der dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerte bereits Folgeerkrankungen eingetreten sind.

Blutwerte bringen Klarheit

Die Diagnose Diabetes mellitus (oder einfach auch Diabetes genannt) stellt der Arzt anhand von Blutzuckerund anderen Blutwerten, die in Zusammenhang mit dem Zuckerstoffwechsel in unserem Körper stehen. Untersucht werden dabei Nüchternblutzucker und Gelegenheitsblutzucker, gegebenfalls wird ein oraler Glukosetoleranztest durchgeführt. Das HbA1c ist das sogenannte Blutzucker-Langzeitgedächtnis. Der Nüchternblutzucker (Nüchternblutglukose) beweist das Vorliegen eines Diabetes, wenn der Wert ≥126 mg/dl beziehungsweise ≥7,0 mmol/l liegt. Bestimmt wird der Wert nach einer Nüchternperiode von mindestens acht Stunden morgens. Liegt der Gelegenheitsblutzucker bei einem Wert von ≥200 mg/dl beziehungsweise ≥11,1 mmol/l, liegt ebenfalls ein Diabetes vor. Beim oralen Glukosetoleranztest oder auch Zuckerbelastungstest genannt, trinkt der Patient eine Flüssigkeit, die 75 Gramm Traubenzucker enthält. Gemessen wird der Blutzucker vor und zwei Stunden nach dem Trinken. Auch hier gilt: ist der Blutzuckerwert nach zwei Stunden bei ≥200 mg/dl beziehungsweise ≥11,1 mmol/l, wird ebenfalls Diabetes diagnostiziert. Der HbA1c-Wert hingegen bezeichnet den Wert des Glykohämoglobin, der auch als verzuckertes Hämoglobin bezeichnet wird. Anhand dieses Werts kann man sehen, wie hoch die Konzentration des Blutzuckers im Schnitt in den letzten acht bis zwölf Wochen war. Ein Diabetes liegt dann wahrscheinlich vor, wenn der Wert des HbA1c bei ≥6,5 Prozent beziehungsweise ≥48 mmol/mol liegt. Bei der Diagnose von Typ-1-Diabetes ist es mittlerweile gelungen, Antikörper im Blut nachzuweisen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit den Ausbruch des Typ-1-Diabetes ankündigen. Wurde Diabetes festgestellt, sind Blutuntersuchungen auch im Verlauf der Krankheit wichtig. Damit kann der Arzt den Krankheitsverlauf überwachen, individualiserte Therapieempfehlungen geben und dem Patienten helfen, Folgeschäden einzugrenzen oder zu vermeiden.

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