Altersdiabetes

Zuckerkrank? Das wusste ich gar nicht!

Von Sandra Sehringer · 2021

Das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall ist für Diabetiker um das Zwei- bis Dreifache erhöht. Auch Nieren- und Nervenschäden sind typische Folgen der „Zuckerkrankheit“. Dabei braucht es meistens nicht einmal Medikamente, um das zu verhindern. Doch das Tückische ist: Die meisten Betroffenen wissen gar nichts von ihrem Problem.

Es findet eine Blutzuckermessung statt.
Foto: iStock/ Tempura

Beim Diabetes mellitus Typ 2, häufig auch Altersdiabetes genannt, ist die Wirkung von Insulin gestört. Das Hormon ist wichtig, um den Zuckerspiegel im Blut zu regulieren. Vor allem durch schlechte Ernährung und Bewegungsmangel, Übergewicht, hohe Blutfette und hohen Blutdruck werden Körperzellen immer unempfindlicher gegenüber Insulin. Der Körper produziert mehr und mehr an Insulin und sorgt so für einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel. Das wirkt sich negativ auf Herz, Blutgefäße, Leber, Nieren, Nerven und Muskeln aus.

Zuerst symptomlos

Das ist gefährlich, denn die „Zuckerkrankheit“ entwickelt sich schleichend, zuerst oft symptomlos und lange unbemerkt. In Deutschland haben schätzungsweise acht bis zehn Millionen Menschen Diabetes, 95 Prozent davon den Typ 2. Bis zur ersten Diagnose dauert es aber im Durchschnitt acht Jahre. Laut einer aktuellen Studie erfahren viele Betroffene sogar erst von ihrem Problem, wenn sie wegen eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls in die Not­aufnahme kommen. Auch Nieren- oder Nervenschädigungen, häufige Infektionen, schlecht heilende Wunden oder Sehstörungen sind typische Langzeitfolgen des Diabetes Typ 2.

Um einen Diabetes frühzeitig zu erkennen, untersuchen Ärzt:innen die Zucker- und Insulinkonzentration sowie verschiedene weitere Werte im Blut. Wichtig ist aber auch die Kontrolle von Herzkreislaufsystem, Blutdruck und Körpergewicht. Gerade die Fettpolster am Bauch tragen immens dazu bei, die Insulinwirkung zu verringern. Mediziner:innen raten außerdem zur regelmäßigen Untersuchung der Nieren, Augen, Zähne, der Haut und der Durchblutung. 

Bei Altersdiabetes ist der Lebensstil entscheidend

Wenn man einen zu hohen Blutzuckerspiegel frühzeitig entdeckt, kann man ihn einfach und ohne Medikamente „behandeln“. Laut der Deutschen Diabetes Hilfe könnte die Hälfte aller Typ-2-Diabetiker ihren Blutspiegel allein mit einer Ernährungsumstellung, regelmäßiger Bewegung und Gewichtsabnahme wieder ins Lot bringen. So lässt sich der Diabetes mellitus zum Stillstand bringen oder zumindest verlangsamen. Wenn das nicht ausreicht, müssen viele Betroffene jedoch blutzuckersenkende Tabletten schlucken oder Insulin spritzen. 

Quellen:
DiabetesDE
Diabetes News
Internisten im Netz

Wussten Sie schon, dass ...

... innerhalb eines Jahres zwölf von 1.000 Personen neu an Diabetes erkranken? Pro Jahr kommen so mehr als 600.000 Neuerkrankungen hinzu. 
... die Zahl der Betroffenen zunimmt? Bei gleichbleibender Entwicklung wird damit gerechnet, dass hierzulande bis zum Jahr 2040 bis zu zwölf Millionen Menschen an Diabetes erkrankt sein werden. 
... es eine hohe Dunkelziffer gibt? Zusätzlich zu den acht Millionen Menschen mit Diabetes wissen weitere zwei Millionen noch nicht von ihrer Erkrankung.

Quelle: www.diabetesde.org, Aufruf: 10.07.2021

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